Spontane Gedanken zu “Nächstenliebe und Hilfeleistung”

Posted: 27/11/2011 in Tagebuch

Laut Gesetz ist es ein Vergehen, jemandem, der in Not geraten ist, Hilfe zu verweigern.
Verletzt man dieses Gesetz, wird der Gesetzgeber zum Strafenden.

Übertritt man Verbote oder widersetzt sich Geboten, die in der Bibel oder einem anderen Leitfaden religiöser Gemeinschaften definiert sind, wird – so sagt man –  ein Gott zum Strafenden.

Was den strafenden Gesetzgeber angeht, sind die Verhältnisse klar. Hier agieren und reagieren Menschen untereinander auf der Grundlage von Abmachungen. Es ist eine Kontrollinstanz.

Eine Gottesstrafe erscheint dabei eher als die Übertragung einer menschlichen Reaktion auf eine andere – nämlich göttliche – Instanz zu sein. Dem Göttlichen wird demnach unterstellt, wie ein Mensch zu reagieren.

Möglicherweise glaubte man in sehr früher Zeit tatsächlich an einen strafenden und gar rachsüchtigen Gott. Später wurde die Gottesstrafe bekanntlich zu einem probaten Mittel für den Klerus, andere Menschen zu kontrollieren.

Was aber steckt tatsächlich hinter christlicher “Nächstenliebe” und den Konsequenzen von Himmel und Hölle?

Betrachtet man die Schöpfung, so kann man an ihr einige in ihnen wirkende Prinzipien erkennen:

Da ist das Prinzip des Wachstums, das in allen lebenden Formen wirkt. Weiter sind da die Prinzipien der Nahrung, der Pflege, der Bedürfniserfüllung, der Heilung und des Schutzes.
In allen lebendigen Wesen wirkt eine Kraft, die diese Prinzipien erfüllt.
Man kann diese Kraft durchaus Liebe nennen. Eine Mutter verkörpert für ihr Kind in kaum klarer erkennbarer Weise diese Liebeskraft. Eine Mutter verkörpert die prinzipielle Wirkungsweise der Schöpfung.

So gesehen, ist Mutterliebe eine Form der Nächstenliebe par excellence.
Eine Mutter sorgt dafür, dass der sich immer wieder erneuernde (göttliche) Kraftfluss in Bewegung bleibt.

Ebenso, wie ein Mutter für ihr Kind sorgt, so sorgt Mutter Erde für ihre Kinder, indem sie deren Körpern die Fähigkeit zum Wachstum, der Pflege, der Nahrung, der Heilung, Bedürfniserfüllung und des Schutzes zur Verfügung stellt.

Betrachte ich diese (göttliche) Kraft (der Liebe), die sich durch die genannten Prinzipien äußert, als nicht nur auf Mütter oder die Erde bezogen, sondern als grundsätzlichen Leitfaden für alle Menschen, dann kann ich daraus folgern, dass dadurch der (göttliche) Kraftfluss für mich und alle anderen Wesen erhalten bleibt und für alle gesorgt ist, weil der Kraftfluss nicht linear ist, sondern in einem Kreislauf funktioniert.

Unterbreche ich den Kraftfluss, indem ich die Prinzipien verletze, unterbreche ich den Kraftfluss letzten Endes auch für mich selbst, da ich Teil des Ganzen bin.

Der Unterbrechung des Kraftflusses durch mich, folgt demnach keine “Strafe” Gottes, sondern die Unterbrechung ist lediglich eine Ursache, auf die eine irgendwann für mich selbst spürbare Wirkung folgen wird.

Wende ich die Prinzipien des Lebens auf alles an, was ich denke und tue, kehrt die Kraft immer wieder zu mir selbst zurück.

Vielleicht kann man sagen, dass Nächstenliebe die ursprünglichste Form der Selbsthilfe ist.

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