Die heilige Dreifaltigkeit

Posted: 31/10/2011 in Tagebuch
In seinem Buch “Gespräche mit Gott”, geht Neale Donald Walsch darauf ein, was “Heilige Dreifaltigkeit” in den Worten der heutigen Sprache bedeutet.

Er setzt sie aus den folgenden drei Begriffen zusammen:

- wissend
- erfahrend
- seiend 

Wissend ist die körperlose, göttliche Instanz, in der es keine Gegensätze gibt. Hier ereignet sich keine Erfahrung. Es ist reines Wissen. Reiner Geist.

Erfahrend ist jede körperhafte Ausdrucksform des Göttlichen (Ding, Pflanze, Tier, Mensch). Da sie in ihrer Körperhaftigkeit den Gesetzmäßigkeiten des Materiellen unterworfen ist, erfährt sie sich im Spannungsfeld von Gegensätzen.

Seiend wird die körperhafte Ausdrucksform des Göttlichen, sobald sie das Wissen um ihre Göttlichkeit durch Erfahrung kennen gelernt hat.
Sie kann ihre Göttlichkeit aber nur dadurch kennen lernen, indem sie zunächst durch Irrtum (Leid) erfährt, was sie nicht ist.

Das Seiende ist also das Ergebnis im Prozess des Wiedererkennens.

Interpretation:

Ich finde das ungeheuer spannend, da Wissen sich nur an Begrifflichkeiten orientiert, ohne dass dieses Wissen durch entsprechende Erfahrung lebendig wird.

Bewusstsein könnte als Bereitschaft beschrieben werden, durch aufmerksame Betrachtung vom begrifflichen Wissen zur Erfahrung über zu gehen und dadurch die eigene, innerste (göttliche) Essenz (zunächst) über den Weg des Irrtums zu erfahren.

Die Illusion des Ego ist solch ein Irrtum, der unausweichlich mit Leid verbunden ist.
Akzeptiere ich Ego vollkommen als unvermeidbare Folge in der Dimension des Materiellen, der jedes Ding und jedes Wesen unterworfen sein muss, bin ich als beobachtendes Bewusstsein nicht mehr damit identifiziert.

Das reine (intellektuelle) Wissen um die Funktionsweise des Ego reicht aber nicht aus.
Es gibt nur die eine Möglichkeit, durch aufmerksame und nicht Partei ergreifende Beobachtung die Funktionsweise des Ego zu erfahren, um es als Gedankenkonstrukt zu entlarven und dadurch zu wissen, dass ich es nicht bin.

Die Instanz Bewusstsein (der unbeteiligte Beobachter) entpuppt sich als reiner Geist, der durch Erfahrung zum Wissenden wird.

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