Spricht man über Liebe, denkt man an Emotionen, an Gefühle und man tröstet sich in grauen Momenten damit, dass Liebe die Kraft ist, die alles heilt und ordnet.
Was steckt hinter der Liebe? Was ist sie für eine Kraft? Oder ist sie so etwas wie eine Lebenseinstellung?
Aus einem spontanen Gedanken, wie ich sie oft aus heiterem Himmel bekomme, will ich mich mal aus einer anderen Richtung der Liebe zuwenden:
Hört man Physikern zu, dann weiß man hinterher, dass es Systeme gibt, die bestrebt sind, ihre Ordnung selbsttätig aufrecht zu erhalten.
Dazu kann man bei den makroskopischen Systemen aus Himmelskörpern beginnen und über die biologischen Systeme irdischer Lebewesen bis zu den mikroskopischen Systemen der molekularen Welt gehen.
Alle haben sie irgendwann in sich selbst den Kräfteausgleich gefunden, der ihnen stabile, zyklische Bewegungen garantiert.
Die Erde kreist um die Sonne, der Mond um die Erde. Die Elektronen kreisen um die Atome, das Blut der Lebewesen kreist durch ihre Körper und die Galaxien kreisen um sich selbst. Weitere, unzählige Beispiele könnte man nennen.
Was hat das nun mit Liebe zu tun?
Man sagt, dass es ein Akt der Liebe ist, die Eigenheiten anderer Mitwesen anzunehmen wie sie sind und es ist ebenso ein Akt der Liebe, Ereignisse anzunehmen wie sie sind.
“Es ist wie es ist, sagt die Liebe….”, heißt es in einem Gedicht von Erich Fried.
Bedeutet dies, dass Liebe letztendlich die Akzeptanz gegenüber der göttlichen Ordnung ist?
Sagt Liebe “Ja” zur inneren Ordnung der jeweiligen Systeme in mir und um mich herum?
Sagt Liebe: “Ja, ich respektiere deine innere, von der göttlichen Kraft gelenkte Ordnung!” ?
Respektiere ich diese Ordnung nicht, bin ich auf dem besten Wege sie zu stören und möglicherweise sogar zu zerstören. Da die göttliche Ordnung allen Systemen gleichermaßen innewohnt, störe ich dadurch auch meine eigene Ordnung.
Als “Göttliche Ordnung” könnte man ganz nüchtern die Bestrebung energetisch-physikalischer Systeme zur Aufrechterhaltung ihres inneren Gleichgewichtes bezeichnen.
Letztendlich bin ich selbst das Ergebnis dieser physikalischen Bestrebung und alles was ich um mich herum mit meinen Sinnen erfasse, ist es ebenso.