Es soll Menschen geben, die in der Lage sind das Wehklagen von Pflanzen wahrzunehmen.
Nun, ich gehöre nicht zu dieser Klientel, wenn ich auch des öfteren im Gespräch mit meinem Ficus benjamina bin und ich das Gefühl habe, dass wir füreinander so etwas wie Dankbarkeit und Freude empfinden.
Ich bin davon überzeugt, dass ich Pflanzen wehklagen hören würde, wenn es die Schöpfung so gewollt hätte. Für diejenigen, die es können, hat die Schöpfung einen anderen Weg geplant, auf dem sie ihre entsprechenden Erfahrungen mit ihren Mitwesen machen.
Im Gegensatz dazu bin ich in der Lage, Tiere und Menschen wehklagen zu hören. Die Schöpfung hat offenbar gewollt, dass diese Kommunikation stattfinden kann.
Wer keine sadistischen Tendenzen hat, wird den Schmerz und das Leid von Tieren und Menschen selbst als schmerzlich empfinden und versuchen, Abhilfe zu schaffen.
Warum kann ich Anteil an der Gefühlswelt der einen Lebewesen haben und zu der anderer Lebewesen nicht?
Ja, es ist so gewollt. Man kann annehmen, dass ein karnivores Tier genetisch bedingt eine Sichtweise hat, durch die es gegenüber einem Beutetier weniger oder gar nicht mitfühlend handelt. Möglicherweise verursachen die Gene herbivorer Lebewesen gegenüber pflanzlicher Nahrung eine analoge Sichtweise und führen zu entsprechendem Handeln.
Sind Menschen karnivore – also von Natur aus Fleisch verzehrende – Lebewesen? Dafür und dagegen gibt es Argumente.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Menschen von Natur aus keine Lebewesen sind, für die das Verzehren von Fleisch vorgesehen ist.
Ein Indiz für diese Ansicht ist die Tatsache, dass Menschen empathische – also mitfühlende – Lebewesen sind und sie das Leid anderer Menschen und das Leid von Tieren schwer ertragen können. Sie können es, wie eingangs schon beschrieben, deutlich wahrnehmen und sich einfühlen.
Ich bin auch davon überzeugt, dass diese Schöpfung keine wirklichen Zufälle produziert. Mitgefühl kann nur eine Schutzfunktion zum Schutz derer sein, denen wir potentiell etwas antun könnten.
Offenbar wollte die Schöpfung, dass wir zusammenhalten und sich alle, die sich gegenseitig verstehen und fühlen können, auch gegenseitig beschützen.
Tritt dieses Mitgefühl in den Hintergrund, sind wir uns alle schutzlos ausgeliefert und mir fällt dazu spontan ein Zitat Leo Tolstoi’s ein:
“Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben!”